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Oberstufe Rohrdorferberg

Oberstufe Rohrdorferberg
13.07.2011

Oberstufenzentrum am Rohrdorferberg - die einmalige Chance

 

Die Folgen der Umsetzung des Bildungskleeblattes in der Stadt Baden für den Rohrdorferberg:

Den Gemeinden Bellikon, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf und Remetschwil wurde im November 2009 überraschend von der Stadt Baden die Zusammenarbeit gekündigt, die es den Jugendlichen vom Rohrdorferberg bis anhin erlaubte, die Bezirksschule in Baden zu besuchen. Die Stadt Baden ging davon aus, dass die Volksabstimmung zum Bildungskleeblatt positiv verlaufen würde, was eine gemeinsame Oberstufe inkl. Bezirksschule am Rohrdorferberg (die sogenannte Schule Rohrdorf) nach sich gezogen hätte. Nach dem deutlichen "Nein" zum Bildungskleeblatt gingen die Gemeinden vom Rohrdorferberg ihrerseits von der Weiterführung der bestehenden Verträge aus. Doch unmittelbar nach 25 Jahren, dem Ablauf der erneuerbaren Verträge, wurde den Gemeinden Ober- und Niederrohrdorf, Remetschwil und Bellikon mitgeteilt, dass der Souverän der Stadt Baden das „Bildungs-Kleeblatt" angenommen hätte und dieses nun auch umsetzen wolle. Damit sei für die Bezirksschüler der südlich von Baden gelegenen Gemeinden kein Platz mehr in der Stadt Baden. Zusätzlich stünden zahlreiche Schulhaussanierungen an und Baden wolle das Konzept "Oberstufe unter einem Dach" einführen.

 

Baden war - Rohrdorferberg ist!

In den ersten Monaten des Jahres 2010 fanden zahlreiche bilaterale Gespräche mit den Verantwortlichen in Baden statt. Stadtrat Geri Müller, als Ressortverantwortlicher Schulen, wie auch Stadtammann Stefan Attiger konnten den Gemeinden vom Rohrdorferberg kein Angebot machen. Selbst der Hinweis, dass die Gemeinden vom Rohrdorferberg damals für den Erweiterungsbau ca. 2 Mio. Franken an die Baukosten in Baden beigetragen hätten - was ca. 60 % des Gesamtaufwandes entspricht - führte nicht zu einem Verhandlungserfolg.

 

Ein Vorschlag, sämtliche Schüler auf die Gemeinden Bremgarten, Mutschellen und Mellingen zu verteilen, wurde als nicht machbar fallen gelassen, denn auch diese Schulen haben keinen Platz für alle Schüler aus unseren Gemeinden. Ausserdem wäre der Schulstandort Rohrdorferberg für die Sekundar- und Realschüler, welche nicht durch diese Gemeinden aufgenommen werden können, mittelfristig gefährdet. Langfristig hätte somit die Gefahr bestanden, dass eine Region mit über 10'000 Einwohnern keine eigene Oberstufe führen kann.

 

Damit waren die Gemeinden Bellikon, Niederrohrdorf, Oberrohrdorf und Remetschwil aufgefordert, eine eigene Lösung zu suchen. Bereits sehr früh trat der Gemeinderat Niederrohrdorf dafür ein, dass das Projekt "Schule Rohrdorf" nicht ganz aus den Augen zu lassen sei. Zwischenzeitlich bestätigte die Gemeinde Fislisbach, dass sie sich definitiv entschieden hätte, ihre Bezirksschüler nach Mellingen zu schicken, nachdem bereits die ganze Oberstufe die Schule in Mellingen besuche. Ein Gespräch mit dem Gemeinderat Mellingen war insofern ernüchternd, dass auch Mellingen nicht über den notwendigen Platz für die Bezirksschüler der Gemeinden Ober- und Niederrohrdorf, Remetschwil und Bellikon hat. Anfragen bei der Kreisschule Mutschellen und in Bremgarten führten ebenfalls nicht zu einem positiven Ergebnis und das Projekt "Oberstufenzentrum Rohrdorferberg" begann sich zu konkretisieren.

 

Gleichzeitig mit der Suche nach Lösungen in Mellingen, Bremgarten und auf dem Mutschellen wurden mehrere Varianten mit Standorten in Oberrohrdorf und/oder Niederrohrdorf grob geprüft. Für eine Realisierung des Projekts in Oberrohrdorf, welches einen kompletten Neubau eines Oberstufenzentrums inklusive Infrastruktur und Doppelturnhalle erfordert hätte, müsste man mit geschätzten Kosten von rund 27 Mio. Franken rechnen. Niederrohrdorf hat bereits in den 70er Jahren Land für den Bau und Betrieb einer Bezirksschule gekauft. Damit kann in Niederrohrdorf mit dem Aus- und Umbau der bestehenden Schulanlage „Hüslerberg" die Oberstufe Rohrdorferberg günstig realisiert werden. Da Niederrohrdorf bereits über eine Turnhalle verfügt, bei welcher man bis zu drei Spielfelder gleichzeitig nutzen kann, müssen nur im Bereich der Garderoben bauliche Anpassungen vorgenommen werden.

 

 

Einmalige Chance für den Rohrdorferberg!

Durch eine gemeinsame Schule der Gemeinden vom Rohrdorferberg ergeben sich wertvolle Synergien. Dadurch kann auch der Schulbetrieb am Rohrdorferberg langfristig wirtschaftlich sichergestellt werden. Es ist die einmalige Chance für die ganze Region, dass am Rohrdorferberg auch in Zukunft alle bestehenden Schulstufen angeboten werden können. Die Region umfasst über 10'000 Einwohner und wird langfristig auf rund 12'000 Einwohner wachsen. Eine derart grosse Region benötigt ein eigenes Oberstufenzentrum. Geht man davon aus, dass sich das Stimmvolk im nächsten Jahr für eine 3-jährige Oberstufe aussprechen wird, können am Oberstufenzentrum Rohrdorferberg über 300 Schüler unterrichtet werden. Der Schulweg wird sich zwar für die Oberrohrdorfer, Belliker und Remetschwiler Sekundar- und Realschüler etwas verlängern, die Bezirksschüler hingegen profitieren vom neuen Standort in Niederrohrdorf.

 

Alle vier Gemeinden sind sich einig, dass sie sich an den Baukosten für ein Oberstufenzentrum in Niederrohrdorf nach Anzahl Einwohnern beteiligen und nach der Eröffnung der Schulhauserweiterung die Kosten nach Massgabe der Anzahl Schüler (Schulgelder) zu finanzieren sind.

 

 

Der Kanton unterstützt das Projekt:

Zusammen mit Mitarbeitenden des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) sowie einem hinzugezogenen Fachmann (Kohli + Partner Kommunalplan AG) wurden die vor der Abstimmung zum Bildungskleeblatt erhobenen Daten bezüglich der Schülerzahlen 2010 bis 2019 revidiert und den neuesten Entwicklungen angepasst. Damit war gewährleistet, dass bei einem nachfolgenden Wettbewerbsverfahren die erforderlichen Erweiterungsbauten den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen. Der berechnete Schulraum für ein Oberstufenzentrum umfasst unter anderem 18 Normschulzimmern mit einer Grundfläche von je 70 m2, Aufenthaltsräume für Schüler, Gruppenräume, Musikzimmer, Naturkundezimmer Schulküche, Turnhalle, Lehrerzimmer, Sitzungsräume usw. Die künftige Benutzung heute noch ungenügend genutzter Räumlichkeiten führte zu einem guten und kostengünstigen Planungsprojekt. Bezüglich Grösse der neuen Schule wurde von den Fachleuten des BKS bestätigt, dass es ich beim Oberstufenzentrum Rohrdorferberg um eine mittelgrosse Schule handeln wird, die alle Voraussetzung bezüglich Qualität erfüllen kann.

 

Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher des Departements BKS bestätigte, dass nach wie vor die Regos-Verordnung gelte. Somit kann beim Oberstufenzentrum mit der finanziellen Unterstützung des Kantons im Umfang von 10 % bis 15 % der anrechenbaren Kosten gerechnet werden. Er schreibt: „Die betroffenen Gemeinden haben diese Ausgangslage nicht gesucht, sondern wurden durch die Planung der Stadt Baden genötigt, eine neue Lösung für ihre Schülerinnen und Schüler zu finden". In den letzten dreissig Jahren wurden zahlreiche Oberstufenstandorte geschlossen. Das Oberstufenzentrum Rohrdorferberg ist der einzige Schulstandort, der in dieser Zeit vom Kanton bewilligt würde.

 

Für die Einreichung eines Beitragsgesuchs an den Kanton besteht ein gewisser zeitlicher Druck, da § 67a Schulgesetz, welcher die Leistungen des Kantons an die Schulausgaben für Oberstufenzentren ersatzlos regelt, ersatzlos aufgehoben wird. Spätestens nach dem Inkrafttreten des revidierten Schulgesetzes kann also nicht mehr mit einer finanziellen Unterstützung durch Kantonsgelder gerechnet werden. Die Änderungen des Schulgesetzes, die unter dem Namen "Stärkung der Volksschule" bereits vom Grossen Rat behandelt wurde, gelangt im März 2012 vors Volk. Der Regierungsrat will die Massnahmen wie geplant ab dem Schuljahr 2013/14 umsetzen. Mehr Zeit erhalten die Schulen jedoch für die strukturellen Veränderungen. Erst auf das Schuljahr 2014/15 soll die Primarschule auf sechs Jahre verlängert und die Oberstufe auf drei Jahre verkürzt werden.

 

 

Qualitätssteigerung dank einer Oberstufe unter einem Dach:

Die Qualität einer dreigliedrigen Oberstufe wird zwangsläufig gesteigert.  Nachdem keine Bezirksschullehrpersonen mehr ausgebildet werden, ist mit Synergien zu rechnen, wenn alle drei Oberstufenzüge unter einem Dach vereint sind. So kann zusätzlich ein Niveauunterricht eingeführt werden. Wenn die Schule nur Sekundar- und Realschülern offen stünde, ist für die guten Sekundarschüler die Chancengleichheit nicht mehr gewährleistet. Mit einer nur zweigliedrigen Oberstufe, würde dies zu einem gewichtigen Konkurrenznachteil gegenüber Schulen führen, welche alle drei Oberstufenzüge anbieten. Mit einer dreigliedrigen Oberstufe müssten die besten Schüler nach der 6. Klasse nicht mehr abgegeben werden. Sekundar- und Realschüler können sich mit den Bezirksschülern in einigen Fächern messen. Ohne Einbezug der Bezirksschüler verkommt die Schule am Rohrdorferberg zu einer Kleinschule mit 9 Abteilungen (6 Sekundar- und 3 Realklassen). Zusammenarbeit zwischen Parallelklassen ist kaum mehr möglich und sollten zusätzlich Oberrohrdorf und Niederrohrdorf ihren Standort behalten, verliert die Schule zusätzlich an Attraktivität, dies sowohl aus pädagogischer Sicht, wie auch als Arbeitgeberin. Langfristig würde die ganze Oberstufe am Rohrdorferberg in quantitativer und qualitativer Hinsicht gefährdet.

 

Trennung der Hoheit zwischen Primarstufe und Oberstufe:

Dass in der Schulraumplanung die Gemeinden für ihre Primarschulen selbstverantwortlich sind, ist unbestritten und so auch im Schulgesetz vorgesehen. Die allfällig erforderlichen Erweiterungsbauten für Primarschüler in unseren vier Gemeinden haben mit dem Erweiterungsbau des Oberstufenzentrums in Niederrohrdorf nichts zu tun. Eine Finanzierung von Primarschulausbauten in Niederohrdorf ist nicht durch die Partnergemeinden Oberrohrdorf, Remetschwil und Bellikon zu gewährleisten sondern verbleibt in der Gemeindeautonomie von Niederrohrdorf. Dasselbe gilt für allfällige Ausbauten als Folge des Wachstums in allen Partnergemeinden. Auch in diesen Fällen sind einzig die betroffenen Gemeinden verantwortlich.

 

 

Hüslerberg als klügere Variante:

Im Rahmen des Entscheids, die Oberstufe zentral am Standort Hüslerberg in Niederrohrdorf zusammenzuführen, wurden auch weitere Varianten eingehend geprüft; u.a. stand auch der Standort Schulhaus Rüsler für die Oberstufe zur Diskussion. Als Folge des neuen Oberstufenstandortes in Niederrohrdorf muss die Standortgemeinde Investitionen in ihre bestehenden Schulanlagen tätigen - was auch die anderen beteiligten Gemeinden bei ihren Primarschulen infolge des Strukturwechsels von 5/4 auf 6/3 tun müssen. Der Entscheid für den Standort Hüslerberg ist schliesslich aufgrund finanzpolitischer Überlegungen gefallen: Der Kanton richtet an den Neubau eines Oberstufenzentrums Hüslerberg deutlich höhere Subventionen aus, als dies bei einer Oberstufenerweiterung des Standorts Rüsler der Fall gewesen wäre; der Neu- oder Erweiterungsbau einer Primarschule Hüslerberg wäre vom Kanton überhaupt nicht subventioniert worden. Mitentscheidend für die Standortwahl ist auch der Umstand, dass von den Gemeinden Bellikon, Oberrohrdorf und Remetschwil nicht verlangt werden kann, den Neubau eines Primarschulhauses in Niederrohrdorf zu finanzieren - sei dies durch direkte Finanzströme oder indirekt mit einem Kauf des Schulhauses Rüsler - und die Gemeinde Niederrohrdorf hätte aus politischen und finanziellen Überlegungen nicht alle notwendigen Investitionen alleine tätigen bzw. vorfinanzieren können und wollen. Der Standort Hüslerberg ist somit insbesondere aus finanziellen Überlegungen der Standortgemeinde die klügere Wahl - denn bis 2013 kann noch mit einem Kantonsbeitrag an das Oberstufenschulhaus in Höhe 10 % bis 15 % der anrechenbaren Kosten gerechnet werden, was beim Standort Rüsler nicht der Fall wäre. Der Standortentscheid muss aber auch betrieblich durchdacht sein. Eine Arbeitsgruppe der Standortgemeinde Niederrohrdorf, bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderates, der Schulpflege und Lehrern, prüft seit einiger Zeit die betrieblichen Massnahmen beim Schulareal Rüsler, die für einen geordneten Schulbetrieb erforderlich sind.

 

 

Weitere Auskünfte:

Für weitere Auskünfte zu dieser Presseerklärung wenden Sie sich bitte an den Vizepräsidenten der Planungskommission, Herrn René Roca, Gemeinderat Oberrohrdorf, Telefon 056 470 79 01.

 

Diese Presseerklärung können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

 

Weitere Informationen zum Projekt Oberstufenzentrum Rohrdorferberg finden Sie hier.