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Kulturkreis

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11.05.2015

Kulturkreis Rohrdorf: Das Ehepaar Yvonne und René Kaufmann tritt von seinem Amt zurück

 

«Juhui, der Saal war ja voll!»

 

Seit 13 Jahren zeichnet das Ehepaar Yvonne und René Kaufmann für das abwechslungsreiche Programm des Rohrdorfer Kulturkreises verantwortlich. Gerne würden sie ihre Nachfolger noch in die erfüllende Tätigkeit einführen. Denn: «Wir gehen mit vielen schönen Erinnerungen», so das Ehepaar.

 

Es ist dem Zufall geschuldet, dass der Kulturkreis Rohrdorf die vergangenen dreizehn Jahre ein solch engagiertes Ehepaar an seiner Spitze hatte. Als ihre Vorgänger – das Ehepaar Jeannette und Dölf Barmettler – seinen Rücktritt bekannt gab, waren Kaufmanns zufällig zugegen. «Wir besuchten nichts ahnend eine Veranstaltung des Kulturkreises. Nach der Vorstellung erklärte Dölf Barmettler, dass dies nun die letzte Veranstaltung gewesen sei, er und seine Frau würden von ihrem Amt zurücktreten», erzählt Kaufmann. Er habe halb laut gesagt: «Die können doch nicht einfach so aufhören.» Dies hatte auch der damalige Gemeinderat Max Mayer gehört. «Am nächsten Tag stand er vor unserer Tür», erinnert sich Yvonne Kaufmann lachend. 

 

Zuerst die Finanzen geregelt

Das Ehepaar wohnte damals noch nicht lange in Niederrohrdorf. «Ich wuchs hier auf und zog dann nach Wettingen. Nach dem Tod meiner Eltern zog ich an den Ort, wo ich aufwuchs», erzählt Kaufmann. Die Anfrage des Gemeinderates kam zu einem guten Zeitpunkt: «Wir fanden, dass diese Aufgabe ideal ist, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen», ergänzt Ehefrau Yvonne. Und so stürzte sich das Ehepaar in die neue Aufgabe. Als erstes kümmerte sich der Zahlenmensch René Kaufmann um die Finanzen. Die «Neue Aargauer Bank» sagte einen jährlichen Zustupf zu. Gemeinsam mit dem Beitrag der Gemeinde und den Mitgliederbeiträgen ergab dies eine Grundlage, auf der sich aufbauen liess. 

 

Mitgliederzahl mehr als verdoppelt

Im Laufe der Jahre gelang es dem Duo die Mitgliederzahl von 105 auf 247 Personen zu erhöhen. Ihre Programmwahl kam gut an: Die Besucherzahlen stiegen an. «Wir haben uns im Kulturteil der Zeitungen informiert und Veranstaltungen besucht», erklärt Yvonne Kaufmann auf die Frage, nach welchen Gesichtspunkten sie das jährliche Programm zusammenstellten. Doch nicht nur das Publikum zeigte sich begeistert, auch die Auftretenden. So schrieb die Jodlerin Barbara Klossner begeistert ins Gästebuch: «Juhui, der Saal war ja voll!» «Die Emmentalerin hat vor ihrem Auftritt gezweifelt, dass der Saal im Kirchenzentrum Gut Hirt sich wirklich füllen wird», erzählt Yvonne Kaufmann lachend.

 

Vieles gesehen und gehört

Die Arbeit sei erfüllend gewesen, blickt das Ehepaar auf die vergangenen 13 Jahre zurück. Sie hätten zahlreiche kulturelle Anlässe in der Region besucht, Künstler kennengelernt und vieles gesehen und gehört. Ausserdem gelang es ihnen, ein grosses Beziehungsnetz zu knüpfen. Auf dieses konnten sie oft zurückgreifen. Und dank diesem gelang es ihnen, grosse Namen wie beispielsweise den Auslandkorrespondenten Peter Gysling, den TV-Korrespondenten Ulrich Tilgner, die Aargauer Bläsersolisten, das CasalQuartett und Nina Dimitri zu verpflichten. 

Ein bunter Mix aus Musik, Kunst und Literatur war es, den die Kaufmanns nach Niederrohrdorf brachten. Zu ihrem Markenzeichen wurde das jährliche Jazz-Konzert. 

 

«Bitte warten,
wir sind noch am Essen»

«Kurz vor den Veranstaltungen stieg die Nervosität jeweils an», erzählt René Kaufmann. Er hätte auch einige schlaflose Nächte gehabt, gesteht er unumwunden ein. Kein Wunder, war doch das Ehepaar in Personalunion für alles verantwortlich. Das hiess, dass sie angefangen bei der Werbung über das Bereitstellen des Apéro bis zur Begrüssung des Künstlers alles selber machten. «Wir haben das wirklich gerne getan», sagen beide. «Lohn» für die Arbeit waren die vielen Begegnungen mit Künstlern aus aller Herren Ländern. Und zu lachen gab es auch so einiges. So musste das Publikum um einige Minuten vertröstet werden, weil die Musiker in einem Restaurant noch auf ihr Nachtessen warteten…

 

Gehen, wenn es am Schönsten ist

Dass sie nun aufhören, sei ihrem Alter geschuldet. Der 77-Jährige und seine 71-Jährige Frau wollen gehen, solange sie noch bei guter Gesundheit sind und auch mögliche Nachfolger in die Arbeit einführen können.

 

 

Nachfolge gesucht

Der Kulturkreis wird von der Gemeinde Niederrohrdorf gefördert. Er besteht seit 1958 und hat den Zweck, in lockerer Folge kulturelle Anlässe zu veranstalten. Der zuständige Gemeinderat Lukas Fus sucht nun eine Nachfolge. «Das Ehepaar Kaufmann hinterlässt grosse Fussstapfen», ist er sich bewusst, «sie haben kulturell hochstehende Anlässe organisiert.» Gesucht werden Einzelpersonen oder auch Ehepaare, die sich gerne engagieren möchten. «Wir können uns auch vorstellen, dass eine Kommission gegründet wird. So könnten sich Interessierte auch punktuell engagieren», so Fus. Wer Interesse hat, meldet sich bei Gemeinderat Lukas Fus unter lukas.fusCAhsucxVNix3Ej@niederrohrdorf.ugmEti77A4xbFhch. Auch das Ehepaar Kaufmann gibt gerne Auskunft: kkrCAhsucxVNix3Ej@kulturkreisrohrdorf.ugmEti77A4xbFhch.